Es begab sich aber zu der Zeit und es ist noch gar nicht sooo lange her, dass ein stattlich jung gebliebener Förster wieder einmal seiner Leidenschaft nachging. Nein. Es war nicht die Jagd. Denn welche Tiere sollte der Förster in einer großen Stadt schon erlegen? Er wohnte und arbeitete nun auch nicht mehr im Wald, sondern in einem großen großen Steingebäude mit vielen wichtigen Menschen, die auch Wichtiges taten.
Als da frönte der Jägersmann und Baumbewacher einem anderen Hobby, das beinahe sein Beruf geworden wäre. Er musizierte fröhlich allein oder mit vielen Freunden. Schließlich war er das Musizieren auf einer Posaune schon seit seinem 10. Lebensjahr gewohnt.

Eines Tages unterhielt sich der Förster mit seiner Frau. Ja. Das kommt vor. Aber eigentlich redete wie so oft nur die Frau und der Förster hörte geduldig zu.

Die Frau meinte: „Weißt du, mein lieber Förster, ich möchte, dass du mich mit deinem Hobby bei meiner Arbeit unterstützt. Aber dazu benötigst du etwas mehr Haare und allerlei Gold und Brokat. Deine grüne Kluft darfst du nicht tragen“. Die Frau war nämlich von Beruf eine Stadtbilderklärerin. Dabei zeigte sie vielerlei Menschen die Welt und gab ihnen dabei unterwegs allerlei köstliche Speisen.

Dem Förster war nicht ganz wohl zumute und er sprach kein einziges Wort. Seine Frau hielt dies für seine Zustimmung. Da sprang sie auf und holte die seit Wochen versteckte Kleidung und einen Satz neuer Haare aus der alten Holztruhe am Ofen.
Vor Schreck riß der Förster die Augen auf und rief: „Das ziehe ich niemals an.“
Aber alles Weigern half ihm nichts. Was sich die Frau in den Kopf gesetzt hatte, musste in die Tat umgesetzt werden. Schließlich war er es ja als Förster gewohnt, verkleidet herumzulaufen.

So kleidete sich der Förster vornehm mit edlen bestickten Stoffen, einer Strumpfhose und stülpte sich die neuen Haare auf den Kopf. Alles passte wie angegossen und auch das Spieglein an der Wand antwortete wohlwollend.

Und siehe da. Der Förster wurde in einen wunderbaren historischen Musiker verwandelt: Georg Philipp Telemann. Das ist der bedeutendste und fleißigste Musiker aus der Zeit des Barock. Was für ein Zufall. Telemann hatte in seiner Jugend das Spiel der Posaune in der Stadt Hildesheim erlernt. Ganz so wie der Förster.
Dieser sprach plötzlich sogar wie Herr Telemann und wusste alles über den Komponisten. Gut, dass Förster auch lesen können.

Und so ging er tagein, tagaus in seiner Freizeit mit zur Arbeit der Frau. Er machte für die Menschen der Frau Musik und erzählte aus Telemanns Leben. Das kam überall sehr gut an. Auch in Hamburg, in Leipzig und bei der Weißen Flotte.

Inzwischen hat der Förster und Musiker Georg Philipp Telemann, richtig Freude an der Arbeit der Frau. Er freut sich schon auf das kommende Jahr. Da wird er 340 Jahre alt und darf noch immer ein Telemann sein. Neuerdings sogar mit einer echten Barockposaune, mit der er sehr zur Freude der Frau und der Nachbarn viel üben muss.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann musiziert der Förster als alter Musiker noch heute und morgen und übermorgen für Lukullus-Tours. Unsere nächsten Tourtermine kann man hier einsehen: https://lukullus-tours.de/oeffentliche-touren/

Frohe Weihnachten