Der Albinmüller-Turm in Magdeburg
25. Mai 2026 | Allgemein
Wahrzeichen der Moderne im Stadtpark Rotehorn
Mitten im Stadtpark Rotehorn erhebt sich eines der markantesten Bauwerke Magdeburgs: der Albinmüller-Turm. Gemeinsam mit der Stadthalle Magdeburg, dem Pferdetor und den historischen Lichtstelen erinnert das Ensemble bis heute an eine Zeit, in der Magdeburg als moderne Kulturstadt internationale Aufmerksamkeit erregen wollte.
Der Turm ist nicht einfach nur ein Aussichtspunkt. Er ist ein Stück Architekturgeschichte der 1920er Jahre – entstanden in einer Zeit des Aufbruchs, der Experimente und der modernen Gestaltung.
Warum wurde der Albinmüller-Turm gebaut?
Der Turm entstand 1926/1927 im Rahmen der berühmten „Deutschen Theaterausstellung 1927“ in Magdeburg. Diese Ausstellung war ein riesiges Kulturprojekt der Weimarer Republik. Die Stadt wollte sich damals als moderne Metropole präsentieren – mit innovativer Architektur, neuer Bühnentechnik und visionären Ideen.
Architekt und künstlerischer Leiter der Anlage war Albin Müller, der später den Künstlernamen „Albinmüller“ verwendete. Er entwarf den Aussichtsturm, das Pferdetor und weitere Teile des Ausstellungsgeländes.
Damals entstand im heutigen Stadtpark ein komplettes Ausstellungsgelände mit:
- Stadthalle
- Ausstellungshallen
- Versuchsbühnen
- schwimmender Bühne
- Vergnügungspark
- Ehrenhof
- Aussichtsturm
Die Architektur orientierte sich am „Neuen Bauen“, einer modernen Stilrichtung der 1920er Jahre, beeinflusst vom Bauhaus und Architekten wie Bruno Taut.
Der Turm als Symbol der Moderne
Mit seinen rund 61 Metern Höhe war der Turm damals ein echtes Statement. Er sollte modern, elegant und technisch fortschrittlich wirken. Viele Besucher empfanden ihn wie einen italienischen Campanile – also einen freistehenden Glockenturm.
Besonders spannend: Im Turm befand sich in den 1920er Jahren sogar ein Café. Besucher konnten hinauffahren, Kaffee trinken und den Blick über die Elbe, die Altstadt und das Ausstellungsgelände genießen.
Der Turm war also:
- Aussichtspunkt
- Prestigeobjekt
- Wahrzeichen der Theaterausstellung
- Symbol für modernes Denken und Architektur
Die Stadthalle – das Herzstück der Ausstellung
Direkt neben dem Turm entstand die monumentale Stadthalle Magdeburg. Sie wurde in erstaunlich kurzer Zeit gebaut und galt damals als technische Meisterleistung.
Die Halle bot Platz für mehrere tausend Menschen und war für:
- Theateraufführungen
- Konzerte
- Ausstellungen
- große Veranstaltungen
gedacht.
Bis heute gehört sie zu den wichtigsten Bauwerken der Magdeburger Moderne.
Das Pferdetor – Eingang in die Welt der Unterhaltung
Etwas versteckt, aber architektonisch beeindruckend, steht das Pferdetor. Es bildete ursprünglich den Übergang vom repräsentativen Ehrenhof zum Vergnügungspark der Ausstellung.
Sechs hohe Pfeiler mit springenden Pferdefiguren prägen das Bauwerk. Die Anlage sollte Bewegung, Dynamik und Modernität symbolisieren – passend zum Geist der 1920er Jahre.
Die Lichtstelen – Magdeburgs moderne Lichtarchitektur
Zur Theaterausstellung gehörten außerdem sogenannte Lichtstelen oder Leuchtsäulen. Sie waren Teil der modernen Gestaltung des Ausstellungsgeländes und sorgten besonders abends für eine futuristische Atmosphäre.
In den 1920er Jahren galt elektrische Lichtinszenierung als Symbol für Fortschritt und Großstadtleben. Die Theaterausstellung setzte deshalb bewusst auf moderne Beleuchtungskonzepte.
Krieg, Zerstörung und Wiederaufbau
Der Zweite Weltkrieg zerstörte große Teile des Ausstellungsgeländes. Viele Hallen verschwanden vollständig. Erhalten blieben vor allem:
- die Stadthalle
- der Turm
- das Pferdetor
Der Albinmüller-Turm überstand den Krieg vergleichsweise gut, musste aber später mehrfach saniert werden.
Seit 2012 trägt der ehemalige „Aussichtsturm Rotehornpark“ offiziell den Namen „Albinmüller-Turm“ – als Erinnerung an seinen Architekten.
Was kann man heute im Stadtpark rund um den Albinmüller-Turm machen?
Der Bereich rund um den Turm gehört heute zu den beliebtesten Freizeitorten Magdeburgs.
Aussicht genießen
Wenn der Turm geöffnet ist, kann man mit Aufzug oder Treppe auf die Plattform fahren. Von oben sieht man:
- den Magdeburger Dom
- die Elbe
- die Sternbrücke
- die Altstadt
- den Stadtpark
Architektur entdecken
Das gesamte Ensemble rund um Stadthalle, Pferdetor und Turm gilt als bedeutendes Beispiel der Architektur der Weimarer Republik.
Für Architektur- und Geschichtsinteressierte ist der Bereich deshalb besonders spannend.
Spaziergänge und Fahrradtouren
Der Stadtpark gehört zu den größten Parkanlagen Magdeburgs und eignet sich ideal für:
- Spaziergänge
- Fahrradtouren
- Picknicks
- Fotografie
Veranstaltungen erleben
Rund um die Stadthalle finden regelmäßig:
- Konzerte
- Festivals
- Kulturveranstaltungen
- Märkte
- Open-Air-Events
statt.
Fotospots nutzen
Vor allem bei Sonnenuntergang gehören Turm, Stadthalle und Sternbrücke zu den beliebtesten Fotomotiven Magdeburgs.
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FAQ zum Albinmüller-Turm
Wie hoch ist der Albinmüller-Turm?
Der Turm ist etwa 61 Meter hoch.
Wann wurde der Turm gebaut?
Der Bau erfolgte 1926 bis 1927 für die Deutsche Theaterausstellung.
Wer war Albin Müller?
Albin Müller war ein deutscher Architekt und Designer der Moderne. Er leitete die Gestaltung der Theaterausstellung 1927 in Magdeburg.
Warum ist der Turm wichtig?
Der Turm gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke der Magdeburger Moderne und als Symbol des „Neuen Bauens“ der 1920er Jahre.
Kann man den Turm besichtigen?
Ja – allerdings ist der Turm zeitweise wegen Bau- oder Sanierungsarbeiten geschlossen. Aktuelle Informationen veröffentlicht die MVGM Magdeburg.
Was war die Deutsche Theaterausstellung 1927?
Die Ausstellung war ein internationales Kulturereignis der Weimarer Republik. Sie präsentierte modernes Theater, Architektur und Bühnentechnik.